Dominikanische Republik

Vorab: Die Dominikanische Republik (kurz: DomRep) eignet sich vor allem für all-inclusive-Urlauber, da es im gesamten Land keine Jugendherbergen gibt und die Verständigung schwierig werden kann, wenn man kein Spanisch spricht.

Mit einem günstigen Last-Minute-Flug bin ich nach Punta Cana gekommen, von wo aus ich mir ein günstiges Hotel in dem Örtchen "Cortecito" gesucht habe. Dieses liegt in der Region Bávaro, was übersetzt "Bayern" bedeutet. Gemeinsamkeinten konnte ich - bis auf deutsche Pauschal-Urlauber - nicht erkennen, Gerüchten zufolge soll es aber eine echte deutsche Kneipe mit deuschem Besitzer dort geben!
Der Strand hier ist herrlich, sehr zu empfehlen ist auch der Strand von Macao, der etwa eine halbe Busstunde entfernt liegt.

Man kann natürlich auch mit einem sog. "Motoconcho" fahren, das sind Motorradtaxis, die sich v.a. für kurze Distanzen eignen. Der Preis muss - wie meistens - verhandelt werden, wobei man da als Hellhäutiger eher schlechte Karten hat. Man hat nämlich manchmal das Gefühl, dass die Leute dort denken, dass alle Weißen Millionäre sind. Das liegt natürlich an den reichen Touristen, die massenweise in die 4-5-Sterne-Hotels einmarschieren. So gibt es auch sehr viele Verkäufer, die einem alle nur erdenklichen Dinge andrehen wollen. Sei es Schmuck, Bilder, Kunst, Alkohol oder Frauen. Die meisten dieser Verkäufer sind dunkelhäutig und laut Statistiken gibt es ca. 500.000 legale und nochmal soviele illegale Einwanderer aus Haiti, das die westliche Hälfte der Insel darstellt. Insgesamt gibt es etwa 9 Millionen Einwohner in der dominikanischen Republik.

Meine nächste Station war Higüey, allerdings ohne Übernachtung, da dort die einzige Sehenswürdigkeit wohl die Basilika ist. Diese ist dafür mit ihrer extravaganten Architektur wirklich sehr sehenswert: Ganz anders als andere Gotteshäuser ist sie ziemlich spitzwinklig gebaut, so dass es schon fast ungemütlich wirkt. Ein riesiger Bogen über dem Gebäude soll zwei betende Hände darstellen.

Die Verbindungen zwischen den Städten sind dank dem Bussystem sehr gut und auch sehr billig. So bezahlt man für eine 3-4stündige Fahrt weniger als 5 Euro. Da ist das Taxi zum Busbahnhof schon teurer! :-)
Innerhalb der Städte gibt es auch Kleinbusse, sogenannte Guaguas (sprich: uáuas), die immer eine bestimmte Route fahren und nur ein paar Cent kosten, egal wie weit man fährt. Allerdings quetschen sie so viele Leute wie möglich da rein, so dass in ein Fahrzeug, das in Deutschland für 7 Personen zugelassen wäre, schon mal 16 Leute reinpassen. Ähnlich sind die "Publicos", die auch eine bestimmte Route fahren, nur sind das normale Autos, die nur 4-5 Personen mitnehmen.

Die nächste Stadt hieß La Romana, von wo aus ich zu dem Örtchen "Altos de Chavón" gefahren bin. Dieser Ort, der auch einige viel-Sterne-Hotels und einen Golfplatz beinhaltet, ist vor vielen Jahren von einem Italiener von Hand erbaut worden. Wenn man nachmittags kommt, kann man dem Touristenansturm ausweichen und hat so eine herrliche Aussicht für sich allein. Auch ein Kolosseum und eine alte Kapelle mit Glockenturm gibt es zu bestaunen.
An einem anderen Tag habe ich einen Pauschal-Ausflug gebucht (über mein Hotel "Sol y Mar Apartahotel") zur Insel Saona. Los ging es ab dem Ort Bayahibe, in das ich mit einem Guagua gekommen bin. Der Preis von umgerechnet 25 Euro hat sich gelohnt. Enthalten waren die ca. halbstündige Fahrt mit dem Katamaran, auf dem die Pauschal-Urlauber schon mit DnB-Musik und Rum aufgewärmt wurden, ein ca. zweistündiger Aufenthalt an einem traumhaften Strand und die Rückfahrt mit einem schnellen Motorboot mit Zwischenstop in einem "Naturschwimmbecken" (allerdings konnte ich keinen Unterschied zum übrigen Meer feststellen).

In vielen Ländern gibt es das typische Gesicht, hier in der Dominikanischen Republik allerdings nicht. Das liegt daran, dass zu jeder Zeit von vielerorts Einwanderer oder Eroberer kamen. Sei es aus Spanien, Afrika, Frankreich, Haiti oder Lateinamerika. Es gibt sogar ungarische und japanische Stämme. Die Hautfarbe variiert also von ganz dunkel bis weiß, wobei die Mehrzahl schon relativ dunkel ist. Nicht so wie in Afrika, jedoch dunkler als im übrigen Lateinamerika.

Der nächste Ort war die Hauptstadt mit dem Namen "Santo Domingo" (übersetzt: Heiliger Sonntag). Hier habe ich einige Zeit verbracht, es gibt viel zu sehen in der zwei Millionen großen Metropole: Die koloniale Innenstadt wird von der Haupteinkaufstraße "El Conde" durchzogen, auf der sich zu jeder Tageszeit Menschen tummeln. Es gibt auch viele Plätze, wo man sich in Ruhe einen Kaffee oder eisgekühlten und frisch gepressten Saft gönnen kann.
Die Parks eignen sich gut zum Abkühlen in den Mittagsstunden, denn sonst ist die Stadt relativ laut.
Sehenswert ist auch der Leuchtturm "Faro a Colón" mit integriertem Museum oder für einkaufsfreudige die riesige Shopping-Mall "MegaCentro" im Nordosten der Stadt (Guagua Route 50 fährt vom Zentrum aus dort hin, dauert ca. 45 Minuten).
Auch lohnt sich der Park "Plaza de las Culturas", der gleich drei Museen birgt: ein naturkundliches, eines über das Land und die Geschichte und eines für moderne Kunst. Mit Studentenausweis kommt man hier meistens etwas günstiger weg (man kann auch probieren, die Dame an der Kasse zu überreden, aber das klappt nicht immer).
In Santo Domingo habe ich sogar mal einem traditionellen Hahnenkampf beigewohnt. Sehr beeindruckend ist nicht nur der Kampf an sich, sondern vor allem auch das Spektakel drumherum: Hier kochen die Emotionen hoch und fast jeder wettet um Geld. Einer hat sogar seinen Hahn so intensiv angefeuert, dass ihm dabei die Hose runtergerutscht ist, womit er viele amüsiert hat. So ein Hahnenkampf geht maximal 15 Minuten und endet meistens tödlich für einen der Hähne.

Mein nächstes Ziel war Santiago im Norden. Da es (wie sonst gar nicht) einen Wolkenbruch gab, der kein Ende nehmen wollte, habe ich nicht allzu viel unternommen, mich dafür aber nett mit einem Kellner unterhalten, der ein bisschen Deutsch konnte, aber noch nie aus seinem Land raus konnte.
Für viele Dominikaner ist es übrigens ein großer Traum, mal eine solche große Reise zu machen, zum Beispiel nach Europa oder in die USA. Leider fehlt ihnen das nötige Kleingeld dazu und es ist auch nicht einfach, ein Visum zu bekommen.

Der letzte Ort meiner Reise war Jarabacoa, ein kleines Örtchen in den Bergen. Da der Regen sich hier fortsetzte, hab ich mich diesmal nicht davon abhalten lassen und habe mich im stömenden Regen eine Stunde lang auf einem Motoconcho herumfahren lassen, um die famosen Wasserfälle zu sehen. Diese sind wirklich sehr eindrucksvoll, vor allem wenn man auf den kleinen Pfaden durch den Dschungel stapft, hat man sehr eindrucksvolle Ausblicke.
In Jarabacoa selbst gibt es nicht so viel zu sehen, wie überall gibt es auch einen "Billard-Club" und ein nettes Stadtzentrum mit Park.

Allgemein sind die Leute sehr freundlich. Auch wenn viele es auf das Geld abgesehen haben, das die Touristen mitbringen, kann man zumindest immer ein bisschen schwätzen. Das Land hat kulturell nicht ganz so viel zu bieten, wie andere Länder, aber ein paar Orte sind auf jeden Fall sehr sehenswert und falls man doch mal einen Pauschal-Urlaub dorthin bucht, empfehle ich, unbedingt mal einen Ausflug ins Landesinnere zu machen!

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