Spanien

Madrid ist eine sehr große Stadt, aber mit einem sehr gut ausgebauten U-Bahn-System (Metro). Eine Fahrt mit Umsteigen kostet 1 Euro, was etwas günstiger ist als in Barcelona mit 1,15 Euro. Am Flughafen gab es direkt eine "Tourist Information", wo man sich kostenlos einen Stadtplan und eine vorgefertigte Liste mit den Jugendherbergen geben lassen konnte. Letztere waren fast alle im Zentrum der Altstadt. Ich quartierte mich dort im "Cat's hostel" mit 14 Zimmergenossen ein, es gab aber doch sogar eine günstige hauseigene Bar und eine aus 4 Computern bestehende Internetstation. Praktisch war ein Chipkartensystem, mit dem man jederzeit die Jugendherberge betreten konnte und ebenfalls die Zimmertür und den Schrank öffnen konnte.
Da man ja quasi schon in der Innenstadt war, konnte man recht schnell zu den Sehenswürdigkeiten, wie z.B. dem Palast gelangen. An einem Tag war ich sogar mal in einem Schwimmbad, das etwas außerhalb gelegen war. Anders war aber die Hitze auch gar nicht mehr auszuhalten.
Sehenswerte Dinge gibt es in Madrid en masse: Hinter dem schon erwähnten Königspalast gibt es einen netten Park, wo man der Mittagshitze etwas entgehen kann. Berühmt ist auch das Prado-Museum, wo man an einem Tag bestimmt nicht alle Bilder angucken kann, so viele sind das (ich hab's ausgetestet: Nach 4 Stunden ging in meinen Kopf nichts mehr rein).

Hinter dem Prado liegt der Retiro-Park mit einem kleinen See, an dem man z.B. einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen kann.
Im Hauptbahnhof gibt es übrigens so ein Biotop, was der Halle sehr viel Ruhe und ein gewisses Urwald-Gefühl vermittelt!
Meine erste innerspanische Fahrt auf meiner Reise machte ich in einem Bus, denn das Bus-System ist dort sehr gut ausgebaut und mit dem deutschen Bahn-Netz durchaus vergleichbar!


Granada
In Granada angekommen hab ich mich gleich am Busbahnhof über Unterkünfte informiert und dann auch die günstigste genommen (für 12 Euro pro Nacht). Diese Herberge ist aber eine Geschichte für sich: Erstmal war die Lage einmalig, denn bis zum Eingang der Alhambra waren es nur ca. 5 Minuten Fußmarsch. Zuerst war ich allerdings noch etwas skeptisch, was die Qualität der Herberge namens "Doña Lupe" (das heißt auf Deutsch etwa "Frau Wolf") angeht. Bei der Ankunft betrat ich die Eingangshalle, aus der lautstark klassische Musik, allerdings aus einem minikleinen Radio tönte. Der Hauswirt, der in der mit Zetteln vollgestopften Rezeption stand, die unter der Treppe untergebracht war, hatte weißes Haar und einen rauschigen Vollbart. Nachdem die Formalitäten geklärt wurden (ich hatte nur die Hälfte verstanden, darunter irgendwas mit "...Pool im 6. Stock..."), wurde ich von einem noch älteren, gebrechlichen Mann auf mein Zimmer geführt. Bis hierher sah das alles sehr skurril und urig aus.
Mein Quartier teilte ich mir mit einem Amerikaner (Jerry) und einer Ukrainin (Linda), die auch etwa in meinem Alter waren und mindestens genauso verwundert waren wie ich. Als ich mich dann aufmachte, um das Haus zu erkunden (da war nämlich nicht jedes Stockwerk gleich), stieg ich einfach mal die Treppen bis ganz hoch hinauf und glaubte kaum, meinen Augen zu trauen: Die Treppe endete auf einer geräumigen Dachterrasse inklusive überdachtem Pool. Von hier oben hatte man übrigens einen wunderbaren Blick über die Stadt. Das hätte nun wirklich niemand vermutet!
Die Alhambra und einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt schaute ich mir dann auch noch an und fuhr dann weiter nach Córdoba.

Córdoba

In Córdoba habe ich mich erstmal auf die Suche nach der Jugendherberge gemacht und sie auch glatt gefunden. Leider war sie voll und ich musste mir eine andere Herberge suchen. So bin ich in eine luxoriöse, innenstadtnahe Zwei-Sterne-Unterkunft gegangen für teure 18 Euro pro Nacht.
An den nächsten Tagen habe ich mir dann die wunderbare Altstadt angeschaut, sowie den Fluss Río Guadalquivir. Bekannt ist die Stadt für die ehemalige Moschee, die "Mezquita". Hier türmen sich haufenweise Doppelbögen, insgesamt etwa 860 an der Zahl. In dem kleinen Innenhof kann man gemütlich durch die Bäumchen schlendern.
Wie es der Zufall will, habe ich bei einem Standrundgang gesehen, wie in einem kleinen Park eine große Bühne aufgebaut wurde. Bin dann also abends nochmal dort hin, wo sich auch schon einige andere Menschen versammelt hatten. Nachdem ich mich über Beginn und Eintrittspreis (ca. 20 Euro) des Konzerts erkundigt hatte, reihte ich mich auch in die Schlange. Was ich allerdings nicht wusste war, dass dort eine bekannte Heavy-Metal-Band namens "Mago de Oz" (also "Zauberer von Oz") auftrat, die teilweise zu zwölft (!) auf der Bühne Krach ääh Musik machten. Da meine Ohren dann doch Schaden zu nehmen drohten, gab ich meinen Platz in der ersten Reihe vor den Lautsprechern erstmal auf und platzierte mich etwas weiter hinten.
Ingesamt war es aber eine Bombenstimmung für Jung und Alt (ja, "Alt" war auch vertreten).
Eine andere Geschichte habe ich noch erlebt, als ich mir dort bei McDonalds (ja ok, war einmal dort, aber sonst nicht) auf der sonnigen Dachterrasse meine Burger genehmigte: Dort langweilten sich nämlich einige einheimische Kinder im Alter so zwischen 12 und 17. Diese fragten mich dann irgendwann, ob sie mal meine Kamera ausprobieren könnten. Naiv wie ich war, dachte ich, dass unter meiner Aufsicht ja nichts passieren könne. Sie fanden aber das Spielzeug so toll, dass eine von ihnen irgendwann meinte, damit weglaufen zu müssen. Zum Glück wartete sie ein Stockwerk weiter unten, wollte mir meine Kamera aber trotzdem nicht wiedergeben. Als ich sie mir dann einfach genommen hab, wurde ich von ihr und ein paar anderen, die inzwischen noch dazu gekommen waren, angespuckt. Da ich inzwischen die sonst so allgegenwärtige Freundlichkeit etwas vermisste, zog ich es doch vor, dann den Heimweg anzutreten. Zügigen Schritts marschierte ich also wieder richtung Innenstadt, allerdings wurde ich im Abstand von einigen hundert Metern von zwei Personen verfolgt (hab's mir durch mehrmaliges Wechseln der Straßenseite bestätigt). Da in der Innenstadt die Straßenverläufe recht unübersichtlich sind, konnte ich sie dennoch wieder abhängen. Seitdem habe ich nichts mehr von ihnen gesehen oder gehört.
An meinem letzten Abend gab es sogar auf einem öffentlichen Platz noch eine kostenlose Flamenco-Vorstellung, sehr beeindruckend!


Sevilla

Sevilla liegt - wie Córdoba auch - am Río Guadalquivir, an welchem man auch wunderbar entlangspazieren kann. Die unverfehlbare Alamillo-Brück, die über den Fluss geht, wurde am Anlass der Expo-Weltausstellung gebaut, die 1992 in Sevilla statt fand.
Die Jugendherberge, in der ich dort untergekommen bin, befindet sich ein kleines bisschen außerhalb, so dass man besser mit dem Bus fährt, um in die Innenstadt zu kommen. Eine halbe Stunde zu Fuß kann in der Mittagshitze sehr unangenehm sein, denn auf den langgezogenen Staßen herrscht eine Hitze von bis zu 50°C in der Hochsaison. Was an den Bussen sehr faszinierend ist: In jedem Bus gibt es 2 Bildschirme, auf denen tagesaktuell die Nachrichten, gemischt mit Werbung und den folgenden Haltestellen, angezeigt werden!
Sehr schön anzuschauen ist der "Plaza de España". Eigentlich ist das schon gar kein Platz mehr, sondern eher ein Gebäude, da ringsherum im Halbkreis hohe Bauten errichtet wurden. Hier wurde übrigens auch eine kleine Szene aus "Star Wars 2 - Angriff der Klonkrieger" gedreht.
Direkt hinter dem "Plaza de España" gibt es einen riesigen Park, wo man entspannt spazieren gehen kann - wahlweise auch in Pferdekutschen.
Sehenswert ist natürlich auch noch die gewaltige gotische Kathedrale, sowie die naheliegende Giralda, ein viereckiger, 114 Meter hoher Glockenturm. Am Río Guadalquivir gibt es noch den Torre del Oro (also "Goldturm"), der aber nicht - wie der Name vermuten lässt - größtenteils aus Gold ist, sondern eine andere Geschichte hat:
Früher wurde die Stadt öfters auf dem Flussweg überfallen und ausgeraubt. So hat man diesen Turm und einen ähnlichen am anderen Ufer des Flusses errichtet damit man, wenn die feindliche Flotte kam, ein starkes Seil über den Fluss spannen konnte, an dem dann die heruntertreibenden Schiffe kaputt gegangen sind. Da diese Schiffe meist Gold- und Schmuckwaren von anderen Raubzügen geladen hatten, das an dieser Stelle in den Fluss fies, nannten sie den Turm "Torre del Oro".
Letztendlich bin ich dann mit dem Zug weitergefahren nach Cádiz.

Cádiz

In dieser hübschen Stadt habe ich im vorigen Jahr einen Sprachkurs gemacht und bin eigentlich nur nochmal wieder gekommen, um den Strand und meine Gastfamilie zu sehen! ;-) Dort bin ich in der Jugendherberge abgestiegen, die den Namen "Quo Cádiz" trägt (wohl eine Anspielung auf lateinisch "quo vadis"). Diese Herberge hatte allerdings teilweise sehr komische Regeln, wie z.B. dass man tagsüber nur zu bestimmten Uhrzeiten rein konnte und maximal nur 3 Nächte dort übernachten konnte.
Der Strand in Cádiz ist einmalig: Man guckt direkt auf den atlantischen Ozean, während man in der Sonne liegt, die an über 300 Tagen im Jahr dort scheint. Selbst im Winter wird es kaum unter 15° kalt. Besonders zu empfehlen ist der lange Strand "Playa de Victoria" vor der Neustadt, der sich über mehrere Kilometer hinzieht.
Wenn man durch die Straßen der Altstadt läuft, gibt es viele Sehenswürdigkeiten zu begutachten: Die unverfehlbare Kathedrale ist imposant, man kann auch auf die Türme, von denen man einen schönen Ausblick hat. Eine noch bessere Aussicht hat man vom Torre Tavira, der noch mit einer Dunkelkammer ausgestattet ist. Ein Aufstieg lohnt sich hier wirklich!
Sobald man abs Abendessen denkt (was in Spanien wesentlich später der Fall ist als in Deutschland), kann man sich einen Platz aussuchen wie z.B. den "Plaza de Mina" oder den "Plaza de San Antonio". Dort gibt es je mehrere Restaurants mit typischen Gerichten (besonders populär ist in Cádiz panierter Fisch)! Wenn man etwas besonderes will, kann man auch in das Lokal "Cumbres Mayores" (das heißt "die höchsten Gipfel") einkehren, dieses befindet sich in der Nähe des Plaza de Mina in der Straße richtung Meer (links). Dort gibt es sehr leckere Tapas, das sind für Spanien sehr typische kleine Häppchen. Man braucht zwar immer mehrere Tapas, um satt zu werden, aber dafür sind sie auch nicht so teuer. Besonders empfehlen kann ich hier mit Speck ummantelte, angebratene Datteln. Tipp: Früh da sein, damit man noch einen Sitzplatz bekommt!
Wer dann gerne abends noch einen drauf macht, geht dafür am besten in die Neustadt, denn dort gibt es viele Diskotheken und auch diverse Strandbars.


Barcelona

Für die absolut besuchenswerte Stadt Barcelona hatte ich leider nur noch einen Tag übrig, da ich in Cádiz so lange am Strand lag. Daher hieß es: volles Programm, so dass ich doch recht viele Sehenswürdigkeiten abgeklappert habe.
Am Hafen gibt es auf einer hohen Säule eine Statue von Cristóbal Colón (also Christoph Kolumbus), die gleichzeitig den Anfang der langen Allee "La Rambla" bildet, die sich bis ins Zentrum der Stadt zieht. Diese Straße ist zu jeder Zeit voll von Menschen, hier tummeln sich etliche Blumen- und Vogelverkäufer, sowie Straßenkünstler, -aktrobaten und -musiker. Natürlich gibt es auch zahlreiche Cafés und Restaurants, wo man sich während dem Einkaufsbummel stärken kann.
Barcelona ist eine Stadt und die Geburtsstätte vieler bekannter Künstler. So ist die Stadt voll von Kunstwerken, sowohl architektonisch als auch pintorisch und musikalisch. Die wohl populärsten Künstler sind Pablo Picasso, Salvadore Dalí und Antoni Gaudí.
Letzterer hat auch die Kirche "Sagrada Família" konstruiert. Doch sage und schreibe seit dem Jahr 1883 ist die Kirche im Bau und ist immernoch nicht fertig. Die bisherigen Türme ragen in einer Höhe von 115 Metern in die Höhe, der noch nicht gebaute Hauptturm soll aber unglaubliche 170 Meter hoch werden! Auf die "kleinen" Türme kann man übrigens schon hinaufsteigen, es gibt ebenfalls einen Aufzug, der 2 Euro mehr kostet aber auch nicht undbedingt schneller geht. Von oben hat man dann eine super Aussicht über die Stadt. Es mag etwas stören, dass in der Kirche noch viele Bauarbeiten und Restaurationen durchgeführt werden, aber da kann man ja drüber hinweg sehen.
Berühmt ist auch das "Casa Milà" mit den verzierten und eigenartig gewellten Balkonen. Wenn man die Kathedrale besucht, kann man außer einem Brunnen im inneren Kreuzgang noch die dort wohnenden Gänse bewundern. Eine tolle Aussicht hat man übrigens vom "Palau de Montjíc", das zur Weltausstellung 1929 gebaut wurde. Davor befindet sich der Plaza España mit den zwei venezianischen Türmen und dahinter der Palau San Jordi und der Torre Calatrava. Mit einem nachmittag-füllenden Spaziergang auf diesen Berg kann man das wunderbar nacheinander alles angucken.
Einen Strand hat Barcelona sogar auch, allerdings nur einen kleinen, recht überfüllten. Trotzdem macht es Spaß, an der Strandpromenade entlang zu schlendern und die Sonne zu genießen.

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